Istanbul

It was the weird discussion about whether or not to allow Turkey into the European Community that provoked me to find out more about the country. Istanbul, one of the few European mega cities, reveals a lot about what’s going on in Turkey today: the problems they are dealing with, the chances they have. Istanbul also lies right smack on the seam between Europe and Asia. One wanders in Istanbul between the old and the new, modern Turkey and Europe and Asia…back and forth. And since riding the ferry with workers from the Asian to the European side, it became clear to me that Istanbul is not comparable to any other city in this world.

Wenn Andreas Herzau auf die Straße tritt, hat er vor allem ein Ziel vor Augen: ein neues Buch. Erst in zweiter Linie kümmert er sich konkret um Wege durch die Stadt oder um die Fahrtrichtung der Busse. Denn wo er im Laufe des Vormittags haltmacht für einen Kaffee, wo er mittags isst und wohin ihn der Sog des Alltags bis zum Abend geführt haben wird, bestimmt zum nicht geringen Teil der Zufall.
„Folge einfach dem Laub, das der Herbstwind vor sich hertreibt“, hatte Robert Capa seinem Kollegen Ernst Haas empfohlen, als der für das Magazin Life eine Paris-Reportage fotografieren sollte und sich erkundigte, wie diese Stadt zu erobern sei. In Istanbul lag kein Laub auf den Straßen, und so ist Herzau den Passanten gefolgt, so lange, bis die Bewegung selbst zum wiederkehrenden Thema wurde – mit Bildern vom Busbahnhof und den Terminals der Fähren am Bosporus, mit Fotos von Spaziergängern am Meer und rennenden Kindern in den engen Straßen. Ob er im angesagten Stadtteil Beyoglu unterwegs war oder in den alten Gassen von Fatih, war für ihn fast nebensächlich. Und von den Touristenattraktionen hat er gar nicht erst Notiz genommen.
Istanbul, wie Andreas Herzau es zeigt, ist eine Stadt im Fluss, und das will der Fotograf natürlich auch metaphorisch verstanden wissen – ob nun die Bewohner vom Land in die Großstadt kommen, um dort nach Arbeit zu suchen, oder ob die Großstädter nach Europa schielen und von dort die Mode und Kultur aufsaugen, ohne darüber je die eigene Herkunft zu verleugnen. So ist Herzaus Bildband „Istanbul“ letztlich sogar ein Kommentar zu dieser Stadt, die ein Jahr lang europäische Kulturhauptstadt sein durfte, sich aber mit dem türkischen Vorstoß in die Europäische Union nicht überall Freunde macht. Dass es die Grenze zwischen Ost und West nicht gebe, schreibt Elif Shafak in ihrem Vorwort, sondern dass die beiden sich, anders als Wasser und Öl, intensiv und fortwährend mischten. Herzau aber zeigt den Moment davor: die Begegnung.“

Freddy Langer, FAZ

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“In Istanbul, the stones are made of gold”

Istanbul
German, English
Hatje Cantz, Ostfildern, 2010
ISBN 978-3-7757-2615-3
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