Herzau & Gomringer | Bamberg Symphony

Can the fascination for music also be expressed in words and pictures? The lyricist Nora Gomringer and the documentary photographer Andreas Herzau pursue this question within the scope of an innovative test arrangement. They plunge into the cosmos of the Bamberg Symphony: at home in Bamberg, on international tours—this is the daily routine of this extraordinary orchestra. While Herzau assumes the role of the participant observer, with her overall lyrical approach 2015 winner of the Ingeborg Bachmann Prize coaxes the necessary voice from the orchestra. They capture what is being played both on as well as behind the stage, and shine a light on individual musicians as well as their place within the group. The result is a catalogue in which lyric poetry and photography act in concert for the purpose of making the invisible, the music, visible!

> Hatje Cantz Verlag

 

„Orchester bei der Arbeit zu zeigen ist oft ein Problem, nicht nur im Zeitungsgeschäft. Damen in Schwarz und Herren im Frack mit ernsten Mienen an klassischen Instrumenten – das sieht überall gleich aus, und von der Musik, die dabei entsteht, von der Unverwechselbarkeit eines Klangs erzählen die meisten Bilder gar nichts. Was aber, wenn das Auge nicht die Celli sieht, sondern die Löcher, die deren Stachel ins Podiumsparkett stanzen (sozusagen der Albtraum eines jeden Vermieters)? Was, wenn sich einem der glänzende Trichter einer Trompete wie das Maul einer Riesenkaulquappe nähert oder wenn das Publikum ins Visier genommen wird, von der Bühne aus und im Augenblick des Hörens, unscharf, ja verwischt, als würde es durch die Schallwellen in ein leises Schunkeln versetzt? Dann beginnen die Bilder plötzlich zu tönen und zu tanzen. Zwei Jahre lang haben der Fotograf Andreas Herzau und die Lyrikerin Nora Gomringer die Bamberger Symphoniker begleitet, auf Tourneen rund um den Globus wie daheim an der Regnitz. Herausgekommen ist eine sehr spezielle Festschrift zum 70. Geburtstag des Orchesters, eine zweistimmige Liebeserklärung an das Mysterium Musik. Und wie klingen sie nun, die Bamberger Symphoniker? Nora Gomringer mag es zwar gomringermäßig ein wenig übertreiben mit der Fabulierkunst, aber so ist das eben, wenn das Herz mit einem durchgeht – und außerdem hat sie natürlich recht: „Dieses Orchester klingt karamellfarben, nach Sahnebonbon und ist im Lustzentrum des Gehirns doch durchaus salzige Lakritze, ist malewitschig schwarzquadratisch, Zitronenfalter, Aperol Spritz und ein frischer kühler Silvaner.“

Christine Lemke-Matwey, DIE ZEIT

 

Gomringer, Herzau | Bamberg Symphony

German, English

Texts by Nora Gomringer

Design by Martin Schüngel/Grossgestalten, Cologne

152 pp., ca. 90 ills.
24.50 x 31.50 cm
clothbound
ISBN 978-3-7757-4112-5

Hatje Cantz 2016

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